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Ostemarathon 2003

Und wieder können wir die ersten 5 Absätze der Vorgeschichte des Ostemarathons widmen. Konnten wir doch unser Personalproblem aus dem Vorjahr insoweit steigern, als wir unseren Steuermann dieses Mal nicht kurzfristig widrigen Umständen opferten, sondern zu gar keinem Zeitpunkt mehr als vier Teilnehmer waren. Also bestenfalls ein Vierer ohne, schlimmstenfalls ein Dreier mit. Zwar hatte keiner mehr den Ehrgeiz, in die Wertung zu kommen, aber so gar kein Auswechselpotential zu haben, war irgendwie nicht so verlockend.

Auch wenn der von Ekki geforderte Nachweis des Nutzens schöpferischer Pausen noch nicht wissenschaftlich bewiesen ist ... der Gedanke liegt nahe, dass sie einen Sinn haben könnten.

Also klemmte sich Iris doch mal ans Telefon, um unter Mittelalten Kameraden, Alten Herren, Betriebssportlern, ehemaligen GDR - Kaderruderinnen und zukünftigen Mitruderinnen Unterstützung zu finden.

Die Kameraden und Kameradinnen waren ja vorbereitet, die sagten gleich sofort ab. „Infekt“ „Kindergeburtstag“, „Kaputter Ellenbogen“, „Erguss im Knie“, „Bin meiner Regierung versprochen“ usw. usw. usw.

Einige Ahnungslose taten sich da schon schwerer:

Iris: „Du-hu ... was machsten am Samstag ?“

Opfer: „Och – nix eigentlich“

Iris: „Magst du nicht mit uns rudern ?“

Opfer: “Jo - hmm, warum eigentlich nicht ?Wo denn, wann denn ?“

Iris: „Beim Oste-Marathon“

Opfer: „Klingt spannend. Marathon heißt aber nicht etwa 42 km, oder ?“

Iris: „Nöö-hö , eher 86 km ... aber die Strömung ist immens.“

Opfer: „Ach, Mensch, da fällt mir grad ein, .... ich muß ja noch ..., ach, leider geht das gar nicht, schade, wär ich ja gern mal mitgefahren...“

Schließlich erbarmten sich zwei Alte Herren unser und teilten sich die Strecke. Danke !

Unser alljährliches Problem hatte sich schon herumgesprochen:

Unsere Ex - Gegner sehen Willem auf dem Steuersitz , grinsen spöttisch „Na, immer noch oder schon wieder keinen Steuermann?“

Doch, ätsch, aber Willem ist natürlich trotzdem dabei und sein treuester Gefährte Zaun-Pingi auch. Und Pisa als Galionsfigur.

 

Wir verraten den anderen nicht gleich, dass wir dieses Mal wirklich überhaupt gar nicht auf Zeit fahren wollen, sondern zögern den Start routiniert wie jedes Jahr hinaus.  

Man macht es uns leicht, von hinten drängeln die Massen sich vor, um ja rechtzeitig aufs Wasser zu kommen.
Völlig unspektakulär verläuft das erste Viertel der Strecke: Das Boot läuft und läuft. Schade, dass unsere Namensgeber nicht sehen können, wie wir zusammen rudern.

Zweimal durchbrechen Wortfetzen die „Halts-Maul-und-zieh“ - Stille: Zunächst wird die von Hein Blöd ausgehende Frage, ob man das aufkommende Boot wirklich kampflos passieren lassen wolle, und die vom Schlagmann angeschlossene Frage, ob man sie, nachdem sie vorbei sind, „sich nicht wieder holen“ wolle, mit jeweils einer Abmahnung belegt.

Und viele viele Kilometer später kommen Klagen vom Steuerplatz, dass es wirklich arschkalt sei und ob man nicht mal tauschen könne.

Den pädagogischen Vorschlag ignorierend erreichen wir das Osteriff. Angesichts der gemäßigten Temperaturen  hat Stefi sich mittlerweile gegen Baden entschieden. Nach einer eher kurzen Pause legen wir schon allein deshalb ab, weil das Osteriff ziemlich rasch überflutet wird, und nach weiteren 23 Kilometern und einigen wenigen Trinkpausen in Hemmoor wieder an. Wer hatte da noch behauptet, die Strömung sei gar nicht so toll, und damit potentielle Mitruderer abgeschreckt? Apotheker, bleib bei deinen Pillen!

      

Nach kurzer Regeneration beginnt das „Wer-startet-denn-nun-als-letzter“ – Spiel für die zweite Halbetappe. Norbert findet eine umweltfreundliche Alternative zur Zeitverzögerung: „Ich bring nochmal eben den Müll weg“. Seit wann kümmern sich Ruderer um Müll???

Was gäbe es mehr zu berichten, als dass wir 20 km nach Hechthausen und 20 km zurück gerudert wären, und dabei sogar die „Maschine“ sich kurzfristig auf dem Steuermannsplatz herumlümmeln durfte ?

Keine Schwächeanfälle, keine Wassereinbrüche, keine knapp verfehlten Brückenpfeiler, keine fatalen Turnübungen, weder im eigenen, noch in den gegnerischen Booten, keine Telefonate mit begriffsstutzigen Polizisten.

 

 Dass es mal das schlechteste, was wir über den Oste - Marathon zu vermelden haben, sein könnte, dass wir uns beinahe gelangweilt hätten, hätte auch keiner für möglich gehalten. Philosophische Betrachtungen über Heuler mögen davon Zeugnis ablegen.

Nullkommanix tauchte die Schwebefähre  und der Steg der Wasserfreunde wieder auf.

 

Das war er nun, der legendäre grauenerregende Oste - Marathon. Können 86 km so kurz sein!?

Während wir den Müll wegbrachten und den Grill anwarfen, überlegten wir schon verzweifelt, womit wir nun Beifall oder wenigstens Mitleid heischen könnten.

 Mit den Blasen an unseren Händen war jedenfalls kein Blumentopf zu gewinnen. Und da es für den Siegerpokal auch nicht reichte, ersparten wir uns auch gleich die ganze Siegerehrung, sondern ließen es uns so richtig gut gehen.

Bis zum nächsten Morgen, an dem die Mannschaft um vier Köpfe verstärkt wurde, fiel uns nicht wirklich etwas ein, womit wir prahlen oder worüber wir jammern konnten. Als Hans-Hermann sich erkundigte, wie´s denn so war, bekam er zu seiner Verblüffung „Voll geil“ zur Antwort und damit war das Thema gegessen.

 

Zur allgemeinen Verwunderung erfuhren wir im Anschluss an die Trimmregatta, dass wir dieses Mal ganz aus Versehen dritter geworden waren. Da müssen wir uns ja noch irgendwas einfallen lassen, um wirklich mal langsam zu sein. Vielleicht Willem rudern lassen ? Aber selbst das scheint ja nicht unbedingt zu helfen.

A propos: Willem bekam in Anerkennung seiner Verdienste als Steuermann ohne Steuerplatz eine Medaillenkordel ohne Medaille und freute sich wie ein Schneekönig – bis Ekki ihm zeigte, daß es auch Medaillenkordeln mit Medaillen gibt


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